B i e r - R e i s e d u r c h 5 K o n t i n e n t e
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Ehemalige Bierverlage in Delmenhorst

Die früheren Begriffe "Bierverlage" oder auch "Bierniederlagen" wurden für Betriebe verwendet, die Biere und Getränke einer oder mehrerer Brauereien vertrieben und das Bier auch selbst in kleinere Gebinde umfüllten. So lieferten Brauereien ihre Biere in großen Holzfässern an, der Bierverleger füllte das Bier in Flaschen ab, die mit seinem Namenszug versehen waren.

 

Bierverlag Friedrich Hocke

Bierverlag Hocke, Louisenstraße

Adresse: Delmenhorst, Louisenstraße 8

Niederlage der Hemelinger Aktienbrauerei, später auch der Haake-Beck Brauerei Bremen. Dieses belegen Adressbücher der Stadt Delmenhorst aus dem Jahr 1912 und 1934 [24].

Vor dem ersten Weltkrieg verwendete Fr. Hocke Porterflaschen mit Korkverschluß, ein Exemplar ist im Hobbymuseum ausgestellt.

Eine identische Porterflasche, jedoch ohne Stern-Emblem (aus der Sammlung A. Ahlers) ist rechts abgebildet. Weiterhin gibt es noch Porterflaschen mit dem Schriftzug "Fr. Hocke Bierverlag Delmenhorst". In den 1930er Jahren wurde das Bier nicht mehr verkorkt, sondern in Bügelverschlußflaschen abgefüllt, wie der Porzellankopf (rechts) beweist. Er wurde auf dem Grundstück eines 1938 erbauten Siedlungshauses in der Akazienstraße 33 gefunden wurde. Es könnte eine Hinterlassenschaft der damals tätigen Handwerker sein.

Danke an den aufmerksamen Finder!

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Bierverlag Hermann Kaiser, späterer Inhaber Alfons Schneider

Geprägte Bierflaschen der Bierverleger Alfons Schneider und Hermann Kaiser

Adresse: Delmenhorst, Fischstraße 37

Die Bierverleger führten eine Agentur der Haake-Beck Brauerei, Bremen. Daneben vertrieb man Köstritzer Schwarzbier und Mineralwasser.

Bier wurde in eigene, mit Namen versehene Flaschen abgefüllt, siehe Bilder rechts.

Bild A: Alfons Schneider Delmenhorst Unverkäuflich

Hersteller: Heye, Oberkirchen/Weser, siehe  Bodenprägung, 0.5 Liter Grünglasflasche

Bügelverschluß (fehlt)

Flaschenlänge 29 cm/Gewicht 600 Gramm

Standort: Museum für Industriekultur, Delmenhorst

Bild B: Hermann Kaiser Delmenhorst Unverkäuflich

Grünglasflasche ohne Hersteller- und Literangabe

Bügelverschluß (fehlt)

Flaschenlänge 25 cm/Gewicht 460 gr.

Standort: Hobby-Biermuseum

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Bierverlag D. Wichers

Anzeigen aus Delmenhorster Tageszeitungen

Adresse: Delmenhorst, Cramerstr. 184

Niederlage der Bremer Brauerei A.G. bis zum Tode des Inhabers im April 1914.

Rechts ein Nachruf der Bremer Brauerei A.G. vom 24. April 1914 [36].

 

Die Anzeige vom 20. Juni 1899 im Delmenhorster Kreisblatt belegt, daß der Bierverlag damals auch Berliner Weißbier im Angebot hatte [35].

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Bierverlag Wilhelm Behrens

Postkarte von 1900: Gebäude des Bierverlages Behrens [21]

Adresse: Delmenhorst, Orthstraße 26

später R. Peitzmeyer

Für eine Postkartenabbildung, rechtes Bild, hat sich die Familie Behrens um die Jahrhundertwende vor dem stilvollen Gebäude an der Orthstraße aufgestellt [21].

Hier befand sich damals eine Niederlage der Bremer Brauerei C.H. Haake (Vorläufer von Haake-Beck).

1899 gab er bekannt, nur die Biere der "bestrenommierten"  Haake Brauerei zu vertreiben. Später führte er auch Biere anderer Brauereien, sogar englisches Porterbier.

 

 

Werbeanzeigen von Richard Peitzmeyer

Nachfolger Richard Peitzmeyer

Im Delmenhorster Adressbuch von 1912/1913 bietet Nachfolger Richard Peitzmeyer die Biere der Brauerei C.H. Haake aus Bremen an [24].

 

Außerdem führte er damals Köstritzer Schwarzbier aus Thüringen, beworben im Delmenhorster Kreisblatt vom 11. Febr. 1913 [35]

 

Das von ihm vertriebene Mineralwasser stammte aus der Hertha Quelle von der Ostseeinsel Rügen, DK vom 27.Mai 1913 [35].

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Bierverlag Johann Lindström

Adresse: Delmenhorst, Louisenstraße 1

Niederlage der Kaiserbrauerei Beck & Co aus Bremen

 

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Bierniederlage H. von Kampen

Adresse: Delmenhorst, Louisenstraße 

Hier gab es seit 1899 Biere in Flaschen und Fässern der Brauerei Hermanns aus Vechta.

(Anzeige in den Delmenhorster Nachrichten siehe unter Vechta im Untermenü "Brauorte U - V")

 

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Bierverlag Carl Rüter

Limonadenflasche Carl Rüter Standort: Museum für Industriekultur, Delmenhorst

Adresse: Delmenhorst, Bungerhof 171

Carl Rüter, der aus dem westfälischen Lübbecke nach Delmenhorst kam, vertrieb in den 1920/30er Jahren neben Bier und Mineralwasser auch eine eigene Qualitäts-Limonade namens "Ca-Rü". Auf den Flaschenetiketten war das Delmenhorster Stadtwappen abgebildet, siehe Bild rechts.

Er verlegte verschiedene Biermarken wie "Barre Bräu" aus seiner Heimatstadt und "Dressler" aus Bremen. Auch das in Holzfässern angelieferte Dortmunder Kronenbier wurde im Bierverlag auf Bügelverschluß-Flaschen abgefüllt, die mit Etiketten der Brauerei versehen wurden.

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© H. Frommeyer