B i e r - R e i s e d u r c h 5 K o n t i n e n t e
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Bremen

Zur Zeit der Hanse, etwa vom 13. Jahrhundert bis in das 17. Jahrhundert, florierten die bremischen Brauereien, die ihr obergäriges Bier nicht nur regional verkauften, sondern es mit Schiffen in zahlreiche Länder an Nord- und Ostsee transportierten.

Mit dem Niedergang der Hanse und dem 30jährigen Krieg brach das Braugewerbe ein und es wurde nur noch für die Stadt und die angrenzenden Gebiete gebraut. Als außerhalb Bremens Einfuhrzoll erhoben wurde, sank die Zahl der bremischen Braustätten noch weiter, von ca. 250 im 17. Jahrhundert auf 21 im Jahre 1809. [12]

Erst nach Einführung der Gewerbefreiheit 1861 und der Umstellung auf untergärige Biere, die Dampf- oder Kältemaschinen erforderten, kam ein Aufschwung. Die Industriealisierung benötigte allerdings größere Produktionsflächen, die in der Altstadt gelegenen Stammhäuser wurden verlassen und das Brauen in die Neustadt verlegt. Das erforderliche Kapital beschaffte man sich z.B. über eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.

Bremer Marktplatz mit Dom (Postkarte von 1900), Dom-Motiv auf Bremer Bieretiketten [1]

1. Bremer Brauereien -historisch-

> Bierbrauerei Johann Brüning, Pelzerstraße 5   Mehr

> Bremer Brauerei A.G., Am Deich 27/30   Mehr

> Bierbrauerei Remmer, Buntentorsteinweg 110/120   Mehr

> Hemelinger Aktienbrauerei, Bahnhofstraße 22   Mehr

> Germania Brauerei Dressler, Hohentorstraße   Mehr

> Brauerei C. H. Haake, Am Deich 23   Mehr

> St. Pauli Brauerei, Bleicherstraße und Neustadt   Mehr

> Bürgerliches Brauhaus Bremen, Friedrich-Karl-Straße 1   Mehr

> Bremer Union Brauerei, Theodorstrasse 12/13   Mehr

2. Bremer Brauereien -aktiv-

> AB-InBev (vormals Becks), Am Deich 18/19

Im Jahre 1843 von Thomas Duntze gegründet, firmierte später als Neustädter Actienbrauerei, Kaiserbrauerei Beck und Brauerei Beck. Das Bremer Traditionsunternehmen wurde 2002 an die belgische Interbrew-Gruppe verkauft und nennt sich nach deren Zusammenschluß mit Anheuser-Busch seit 2008 "AB-InBev".

Foto H. Frommeyer mit freundl. Genehmigung von Beck's Bistro

Das markanteste Produkt "Beck's Bier in der grünen Flasche" ist weltweit bekannt. Schon 1876 war es dem Braumeister Heinrich Beck gelungen, ein sehr helles, besonders haltbares, Bier zu brauen, das somit sehr gut für den Export geeignet war. Seit 1876 ist der Bremer Schlüssel im Wappen des Etikettes abgebildet, was zu der Bezeichnung "Schlüsselbier" oder "Key-Beer" führte.

Rechts zwei Email-Werbeschilder mit dem Bremer Schlüssel, vermutlich für den asiatischen Markt. Sie  befinden sich heute im Beck's Bistro in Bremen, Am Markt 9.

In den 1950er Jahren erfand man den später umstrittenen Werbespruch: "Beck's Bier löscht Männerdurst", siehe Bild unten. (Die Frauen wurden damals nicht als Bierkonsumenten angesprochen). Erst 1975 wandelte man den Slogan ab in:

"Beck's Bier löscht Kennerdurst" [22].

 

Im Jahre 2013 zum 140-jährigen Bestehen der Marke Beck's brachte die Brauerei eine limitierte Beck's Edition im Look der Gründertage heraus.

Werbeträger der Brauerei Beck/AB-InBev [1]

Jahrzehnte lang machte die Alexander von Humboldt mit den markanten grünen Segeln Werbung für Beck's Bier. Seit 2016 liegt das ausrangierte Segelschiff in Bremen an der Flaniermeile (Schlachte) vor Anker und fungiert jetzt als Cafe, Restaurant und Hotel.

 

Infos: www.becks.de, www.ab-inbev.de, www.alex-das-schiff.de

> Brauerei Haake-Beck, Am Deich 23

Die Haake-Beck Brauerei entstand 1921 durch die Fusion der Brauereien C.H.Haake und der Kaiserbrauerei Beck im Jahre 1921.

Per Vertrag wurde festgeschrieben, daß die Kaiser Brauerei Beck ihr gesamtes Inlandsgeschäft auf die neu entstandene Haake-Beck A.G. überträgt.

Im Laufe der Zeit übernahm Haake-Beck eine größere Anzahl Brauereien aus dem norddeutschen Raum, z.B. die Winterhuder Brauerei in Hamburg, die Karlsburg Brauerei in Bremerhaven, die Haslinde-Hoyer Brauerei in Oldenburg, die Brauerei Schloß Wittekind in Wildeshausen oder die Bremer Union Brauerei im Stadtteil Walle.

Postkarte mit den Gebäuden der Haake-Beck Brauerei, Ende der 1930er Jahre [1]

Haake-Beck produziert(e) eine große Vielzahl von Bieren: Haake Beck Pils, Haake Beck Export, Haake Beck Edel Hell, Haake Beck Dunkel, Haake Beck Maibock, Haake Beck Kräusen, Haake Beck Alkoholfrei, Bremer Weisse, Remmer Alt, Remmer Light.

Das "Werder Bier" nennt sich Haake-Beck 12, siehe unten.

Werbeträger der Haake-Beck Brauerei: Etikett, Plakat und Postkarte [1]

3. Bremer Gasthaus- und Craftbrauereien

> Freie Brau Union Brauerei, Theodorstrasse 12/13

Bierdeckel der Brauerei von 2016 [1]

In den umgebauten Gebäuden der Bremer Union Brauerei eröffnete im Dezember 2015 eine neu gegründete Craft Brauerei mit Gasthaus. Der Name knüpft an die frühere Union Brauerei an (siehe Bremer Brauereien historisch).

Eine große Anzahl unterschiedlicher Biere kann man im Gasthaus genießen, aber auch im angegliederten Shop für zuhause erwerben. Auch einige Discounter sowie ausgesuchte Getränkemärkte in Bremen und Umgebung führen diese Biere. Abgefüllt wird in Mehrwegflaschen unterschiedlicher Größe. Alle Biere sind 100% bremisch, da in der Stadt gebraut und abgefüllt.

 

Öffnungszeiten und weitere Infos: www.brauerei-bremen.de

> Schüttinger Gasthausbrauerei, Hinter dem Schütting 12/13 (Innenstadt)

Foto H. Frommeyer 2019: Eingangsbereich

Am 12. Nov. 1990 hieß es: "Es gibt ein neues Bier in Bremen: Im Schüttinger".

Die Gasthausbrauerei leitet ihren Namen vom nahegelegenen "Schüttinghaus" ab, in dem im Mittelalter das Bremer Brauwesen kontrolliert wurde.

Im gemütlichen Brauhaus kann der Gast auf mehreren Etagen die frisch gebrauten, unfiltrierten Biere trinken und einen Blick auf die kupfernen Sudkessel werfen.

0,5 L Flasche [1]

Die Küche bietet deftige, aber auch leichte Speisen an.

Neben den ganzjährigen Standardbieren werden im Frühjahr der Schüttinger Maibock und zur Weinachtszeit der Schüttinger Winterbock gebraut.

 

Für Zuhause kann man "Schüttinger Hell" und "Schüttinger Dunkel" in 0,5 und 1 Liter Flaschen sowie in Siphons erwerben.

Für größere Feiern gibt's die Biere auch in Mehrwegfässern unterschiedlicher Größe.

 

 

 

Öffnungszeiten und weitere Infos unter: www.schuettinger.de

> Borgfelder Landhaus Brauerei, Warfer Landstraße 73

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Die 1998 gegründete Gasthausbrauerei produzierte über viele Jahre ein helles "Borgfelder Urtrüb" und ein dunkles, süffiges "Lilienthaler" Bier. Das Haus an der "Franzosenbrücke" hat eine lange Tradition als Zollamt, Gasthaus, Cafe oder Restaurant. Der aus Braunschweig stammende Gastronom Stephan Brennecke hatte sich hier im Borgfelder Landhaus seinen Traum von einer eigenen Brauerei realisiert.

Nach einer Insolvenz hat eine Betriebsgesellschaft das Haus übernommen und führt es seit 2012 als Hotel und Restaurant ohne Braubetrieb weiter.

> Grebhan's Bier GmbH, Haferwende 29A (Horn)

Tobias Grebhan braute von 2014 - Anfang 2016 in einer kleinen Mikrobrauerei im Bremer Schnoor Viertel Craft Biere unter dem Namen „Grebhan’s Bier“. Dann zog er um in eine größere Immobilie im Stadtteil Horn, wo seit Ende Juli 2016 auf einer größeren Brauanlage besondere Craft Biere herstellt werden, z.B der Hopfenwolf, ein Indian Pale Ale oder das Ginger Pils, eine Kreation mit Ingwer. Die Biere werden in Flaschen sowie in Fässer abgefüllt. Flaschenbiere kann man z.B. bei Brolters im Bremer Steintor kaufen. Frisch gezapftes Bier gibt's in einigen Kneipen im Bremer "Viertel" sowie neuerdings auch im eigenen Gasthaus "TWOBEERS" in der Feldstrasse 19 in Bremen.

Weitere Infos unter: www.grebhansbier.com

Foto H. Frommeyer mit freundl. Genehmigung

Thomas Grebhahn präsentiert in seiner kleinen Brauerei im Bremer Stadtteil Horn "Die Hexe", ein rotes Roggen Ale, eine seiner vielen Kreationen.

Die Abfüllung in Flaschen ist bei ihm sehr zeitaufwendig, denn sie erfolgt noch per Hand.

Spezialsude aus Grebhahns Brauerei, Bierdeckel von 2015 und 2017 [1]

> Bremer Braumanufaktur, (Marbacher Weg)

Hopfenfänger Biere, 2016 [1]

Brauingenieur Markus Freibler braut seit 2014 eigene Craft Biere mit Hopfen aus eigenem Anbau in Gröpelingen.

Ein eigenes Brauhaus gab es zunächst nicht, gebraut wurde an unterschiedlichen Orten, z.B. im Schüttinger in Bremen oder in einer Brauerei in Südniedersachsen.

Die Hopfenfänger Flaschenbiere sind in gut sortierten Getränkemärkten erhältlich sowie neuerdings im Fabrikverkauf im Bremer Europahafen direkt an der Weser, siehe unten.

 

Adresse: Auf der Muggenburg 30

 

Infos unter: www.bremer-braumanufaktur.de

Künftiger Brewpub, Foto H. Frommeyer im Mai 2020

Auf der Überseeinsel im Bremer Europahafen entsteht ein neues urbanes Viertel.

Einbezogen ist auch die ehemalige Kellogs Betriebsfläche. Hier soll der Brewpub der Bremer Brauereimanufaktur betrieben werden.

An einigen Tagen der Woche findet hier schon jetzt ein Fabrikverkauf statt.

Angrenzend ranken auf der Außenfläche die Hopfen für das Bier.

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© H. Frommeyer