B i e r - R e i s e d u r c h 5 K o n t i n e n t e
B i e r - R e i s e   d u r c h   5   K o n t i n e n t e

Bierkanne

In den 1890er Jahren kamen in Deutschland spezielle Kannen aus Porzellan mit Nickelbeschlag auf den Markt, in denen Bier für den Hausgebrauch abgefüllt wurde. 1895 wurde hierfür in Berlin das Reichspatent Nr: 88333 erteilt.

Werbe-Slogan: "Kannenbier schmeckt wie frisch vom Fass".

Die feinere Gesellschaft benutzte sie damals als Tischgefäße anstelle von Flaschen. So verloren Brauereien und Bierverleger Kunden an die Kannenbier-Versand Gesellschaften [63]. Preisbedingt hielt sich die Verbreitung aber in Grenzen.

Postkarte Kannenbierversand, um 1900 [1]

In Berlin wurde zunächst die "Kannenbier-Versand-Actien-Gesellschaft" gegründet, die den Vertrieb organisierte. Später folgten in vielen anderen Städten ähnliche Unternehmen wie z.B. die "Oberschl.-Kannenbier-Versandt-Gesellschaft" oder die "Deutsche Kannenbier-Gesellschaft m.b.H. Köln".

Auch in den Benelux-Staaten und in England verbreiteten sich diese Biergefäße. In London gab es eine "Kannenbeer Ltd., die dort ihre Gefäße vertrieb. Deckelaufdruck: "This Jug is the property of Kannenbeer Ltd. London, patented"

Werbung für Kannenbier im Norddeutschen Volksblatt aus dem Jahre 1899 [65]

Auch in der Nordwestregion unseres Landes gab es verschiedene Biere namhafter Brauereien in Kannen.

In 1 Liter und 1/2 Liter Gebinden wurden sie durch das Kannenbier-Versandt-Geschäft in Wilhelmshaven vertrieben.

1 Liter Kanne, im Hobby-Museum [1]

Zwei Größen wurden angeboten: Eine 1/2 Liter Kanne und eine 1 Liter Kanne.

Ein bedeutender Hersteller dieser Porzellangefäße war Villeroy & Boch aus Mettlach, es gab aber auch "No-Name" Produkte.

Die Kannen konnten per Postkarte bestellt werden und wurden dann per Handkarren, per Lastenfahrrad oder per Pferdefuhrwerk ins Haus geliefert.

 

1/2 L Kanne, im Hobby-Museum [1]

Um die Jahrhunderwende konnte man z.B. in Berlin eine Vielzahl von Bieren bestellen:

- heimische Lagerbiere, Tafelbiere oder Märzenbiere  - Münchner- und Nürnberger Biere

- Radeberger Biere

- Pilsener Urquell aus Tschechien.

Aufgeklebte Bauchetiketten wiesen auf den Kanneninhalt hin.

Links eine kleine Kanne mit Deckelbeschriftung und Bodenprägung.

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© H. Frommeyer