B i e r - R e i s e d u r c h 5 K o n t i n e n t e
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Herstellung

Heute läuft in den Glashütten die Herstellung von Bierflaschen voll automatisiert ab. Früher war hier mehr Handarbeit gefragt (halb-maschinelle Fertigung), gut ausgebildete Arbeitskräfte waren erforderlich. Es gab vielfach Glashüttensiedlungen, in denen die Arbeitskräfte untergebracht waren.

 

Hauptbestandteil des Glases ist Quarzsand, der eine hohe chemische Reinheit aufweisen muß. Er wird mit zahlreichen anderen Substanzen wie Natriumcarbonat, Feldspat oder Pottasche bei etwa 1500 °C zu einem "Gemenge" vermischt. Durch Zugabe von bestimmten Metalloxiden entsteht die Glasfärbung.

 

Auch in der Nord-West Region wurde Glas erzeugt, heute nur noch in Nienburg und Obernkirchen/Weser (Ardagh Group).

  • Glasfabrik Carlshütte A.G. in Gnarrenburg
  • Marienhütte bei Gnarrenburg
  • Glashütte Papenburg F.C. Bauwens (1878 bis 1931)
  • Glashütte Oldenburg (gegr. 1845, geschlossen 1983 durch die Gerresheimer Glas AG)
  • H. Heye Glasfabrik "Schauenstein" in Obernkirchen
  • Glasfabrik H. Heye in Nienburg/Weser
  • Wilhelmhütte Himly, Holscher & Co. in Nienburg/Weser

Lt. Adressbuch der deutschen Glasindustrie von 1925/26 [43] produzierte die Oldenburger Glashütte mit 2000 Arbeitern damals jährlich 60 Mill. Flaschen.

Zu dem Hauptwerk in Oldenburg gehörten noch Zweigwerke in Thüringen, im Saarland sowie in Stadthagen.

Das Oldenburger Hauptwerk stellte damals Bier-, Mineralwasser-, Wein- und Likörflaschen aller Art her. Spezialitäten der Glashütte waren Kugelverschluß-flaschen, Exportbierflaschen zum Pasteurisieren und Owensmaschinenflaschen.

Diese war die erste vollautomatische Glasproduktionsmaschine, 1903 vom amerikanischen Erfinder Michael Joseph Owens zum Patent angemeldet.

Die Nienburger Wilhelmhütte produzierte u.a. ebenfalls Bierflaschen, ihre Spezialität waren Gewindeflaschen mit Schraubstopfen, die z.B. von der Bremer Kaiserbrauerei Beck für den Export nach England verwendet wurden.

1924 übernahm Beck & Co. die Mehrheit an dieser Hütte, um den enormen Flaschenbedarf von mehr als 25 Mio. Bierflaschen jährlich sicher zu stellen [45].

Die Papenburger Fabrik hingegen war auf pharmazeutische Gläser und Parfümflakons spezialisiert.

Foto von 1898, © Stadtmuseum Oldenburg

Die Aufnahme zeigt das große Flaschenlager der Oldenburger Glashütte kurz vor der Jahrhundertwende. Ein Großteil dieser Flaschen war für den Export bestimmt.

(Foto mit freundlicher Genehmigung des Stadtmuseums Oldenburg)

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© H. Frommeyer