B i e r - R e i s e d u r c h 5 K o n t i n e n t e
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Flaschenverschlüsse

1. Korkverschluß/Siegelverschluß

Stadtarchiv Delmenhorst, Foto H. Frommeyer

Bierflaschen wurden anfangs wie Weinflaschen verkorkt,

rechts ein Beispiel für eine verkorkte Bierflasche.

Delmenhorst und Umgebung war früher ein Zentrum der Korkindustrie und lieferte große Mengen Korken für Wein-, Bier-, Mineralwasser- und Arzneimittelflaschen.

 

Fortsetzung folgt

Flaschenverkork-Maschine [39]

Verschlußstopfen aus Naturkork waren in Deutschland ungefähr bis zum Ersten Weltkrieg in Gebrauch.

 

Die Bierabfüllung in Flaschen und das Verkorken erfolgte regional bei Bierverlegern oder Wirten. Es gab einfache Handverkorker oder mechanische Verkorkmachinen. Ein Beispiel für eine derartige Maschine ist im Bild rechts dargestellt (Abbildung mit freundlicher Genehmigung Prof. Dr. Vogelpohl).

Elektrisch betriebene Maschinen für den Serieneinsatz in der Brauerei kamen erst später zum Einsatz.

 

Bei Versandbieren wurden die Flaschen i.d.R. mit Flaschenlack versiegelt und zusätzlich verdrahtet [39].

 

 

2. Verschlußstopfen auf Innengewinde

Schraubverschlußflasche aus England

Anfang der 1870er Jahre kamen Flaschen auf den Markt, die ein Innengewinde im Flaschenkopf aufwiesen.

Patentierte Verschlußstopfen aus Hartgummi und anderen Materialien dichteten die Flaschen ab, siehe Abbildung rechts.

Die Nienburger Wilhelmshütte hatte damals das Patent für den Flaschentyp erworben und durfte von 1893 an 25 Jahre lang exklusiv für Europa diese Mineralwasser- und Bierflaschen herstellen [47]. Ein Großteil der Produktion ging nach England, wo diese Verschlußart weit verbreitet war.

 

3. Bügelverschlüsse

Beispiel Bügelverschluß

Der Bügelverschluß wurde 1875 erfunden. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Verschlüssen war und ist die Wiederverschließbarkeit. Einige sehen Charles de Quillfeldt aus den USA als Erfinder, andere schreiben dem Berliner Carl Dietrich diese Erfindung zu. 1876 erfolgte eine Weiterentwicklung durch Nicolai Fritzner.

Der ursprüngliche Bügelverschluß war mit Draht oder einer Manschette befestigt, der Flaschenkopf besaß noch keine gegenüberliegenden Löcher.

1914 erhielt der aus Großenkneten stammende Friedrich Witthold eine Patenturkunde für einen Drahtbügelhebel-verschluß. Archivar und Schriftsteller Dirk Faß aus Großenkneten sieht in diesem Patent die größte Ähnlichkeit zum heutigen Bügelverschluß.

Rechtes Bild: Drahtbügerverschluß einer Flasche der Dresdner Waldschlößchen-brauerei. Wegen der seitlichen Lochvertiefungen für den Drahtbügel auch Lochmundverschluß genannt.

Beispiel Klappbügelverschluß

Eine Variante war der Klappdeckelverschluß, patentiert 1877. Erfinder war der Magdeburger Hermann Grauel. Dieser Verschluß wird auch "Seltersverschluß" genannt, da er für Mineralwasserflaschen Verwendung fand.

Außerdem nutzte man dieses Öffnungsprinzip für Kannenbier, das ein paar Jahre vor der Jahrhundertwende in Mode kam, siehe auch "Werbeträger Bierkanne".

Auch heute noch wird dieser Mechanismus bei Siphon-flaschen angewendet.

Rechtes Bild: Klappbügelverschluß einer alten Mineral-wasserflasche, Eigentum einer Brauerei. Wegen der umlaufenden Rinne im Flaschenkopf auch Ringmundverschluß genannt.

4. Kronenkorken oder Kronkorken

Kronkorken Beispiele

William Painter (1838-1906), Sohn irischer Einwanderer, meldete 1892 in den USA den "Crown Cork" (Kronkorken, Kronenkorken) zum Patent an.

Dieser preiswerte und sichere Einwegverschluss aus Metall hat sich heute weltweit als Bierflaschen-verschluß durchgesetzt.

Relativ spät, erst in der Nachkriegszeit, verdrängte er in Deutschland den Bügelverschluß. Ein Grund war im Gegensatz zur USA die große Flaschenvielfalt mit ihren unterschiedlichen Flaschenmündungen.

Aussehen

Unbedruckte Kronkorken erscheinen silbrig (durch die Verzinnung) oder goldfarben (durch die Chromatierung).

Die meisten Kronkorken sind farbig bedruckt und werben mit Schrift oder Motiven für das entsprechende Bier, siehe Bild. Sammler auf der ganzen Welt haben diesen handlichen Werbeträger für sich entdeckt.

Form

Ursprünglich in der patentierten Form waren 24 Zacken auf dem Umfang verteilt, heute sind wegen des reduzierten Flaschenhalsdurchmessers sowie größerer Sicherheit beim Befüllen nur noch 21 Zacken verhanden.

Werkstoffe

Der Metallkörper besteht aus Stahlblech, entweder verzinnt oder chromatiert.

Innen ist eine Dichtung aus PE Granulat aufgebracht, vorher verwendete man PVC, ursprünglich aber Kork.

Beispiel für die Hersteller-Kennzeichnung

Hersteller

Ein unscheinbares Zeichen am Rand und/oder auf der Innenseite gibt Auskunft über den Hersteller.

Das Bild zeigt einen bedruckten Kronkorken des Herstellers DKF (Delmenhorster Korkfabrik).

Mehr über das Unternehmen ist auf der homepage zu erfahren, siehe Menüleiste "Literatur und Links".

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© H. Frommeyer